Timothy Oehmigen

Tim Oehmigen

Tim Oehmigen

von Ines Jurkschat

Der 28-jährige Tim Oehmigen hat bis Anfang 2016 Finanzökonomie mit Auslandsaufenthalten in Shanghai und Prag studiert und mit seinem Master abgeschlossen. Zurzeit lebt und arbeitet er als Freitauchlehrer und Freitaucher auf Panglao, auf den Philippinen. Nebenbei ist er als Konzertagent tätig für das Mini-Rock-Festival in Horb am Neckar und kümmert sich dort um das Booking der Künstler. Seit Mai 2015 ist er außerdem 2. Vorsitzender von AIDA Deutschland.

Wie kamst du zum Freitauchen?

Tim: Alles begann 2010 mit dem Gerätetauchen. Damals habe ich Freitaucher im Wasser beobachtet und war fasziniert von dem Gedanken, mit angehaltenem Atem zu tauchen. Während meines Studiums in Konstanz habe ich das Freitauchen in einem AIDA** -Kurs ausprobiert. 2014 während des Apnoehappenings in Überlingen folgte dann die erste Wettkampferfahrung.
In dieser Zeit habe saisonal im Bodensee trainiert. Der Schwerpunkt lag dabei schon immer auf dem Tieftauchen. Inzwischen trainiere ich immer mehr auch im Pool – mental für den Kopf und zur Verbesserung der Flossenschlagtechnik.

Was gefällt dir besonders am Freitauchen?

Ich bin schon immer leistungsorientiert gewesen, sodass mir das Freitauchen als Wettkampfsport sehr liegt. Wenn man gut freitauchen kann, braucht man eigentlich kein Gerät mehr und kann sich sehr frei im Wasser bewegen. Ich mag die mentale Komponente. Egal wo du leistungsmäßig hängenbleibst, es gibt immer Kleinigkeiten, die du an dir verändern kannst, damit du noch weiter oder tiefer kommst. Ein Limit existiert nur solange in deinem Kopf, bis du diese innere Grenze verschoben hast. Danach ist der Kopf und der Weg frei für Neues. Der Körper ist nicht der hauptsächlich begrenzende Faktor.
Dieses lässt sich sicher auch auf andere Sportarten gut übertragen.

Was sind deine Lieblingsdisziplinen?

Free Immersion. Diese Tauchgänge sind für mich immer entspannt auf dem Weg nach unten. Mein Limit ist der Druckausgleich und dieser funktioniert beim FIM besser als bei CWT. Und im Pool ist es DNF – immer gerne ohne Flossen, weil ich die Wende mit Monoflosse nicht gut beherrsche.

Was sind deine sportlichen Idole?

Sendoh Wang, der chinesische Rekordhalter. Er zieht seine Tauchgänge durch ohne sich beirren zu lassen – mit einer kurze Visualisierung ohne viel  Drumherum und mit großer mentaler Stärke.
Ebenso fasziniert mich die Art zu tauchen von Alexey Molchanov. Und ich mag Thomas Müller – weil er Spaß am Sport vermittelt und es nicht nur für das Geld macht.

Wo warst du bisher überall trainieren? 

Alle Anfänge waren im Bodensee, dann Trainingsaufenthalte in Dahab (5-6x), Mallorca (um Kurse zu geben und zu trainieren), Panglao und HongKong.

Was sind deine größten sportlichen Erfolge?

Das sind auf jeden Fall meine zwei Deutschen Rekorde (FIM 91 m und CWT 91 m)
Generell sind es für mich aber die Tauchgänge, die schwierig sein sollten, aber dann in der Realität leicht und einfach „passiert“ sind.

Wie sieht dein typisches Training aus?

Schwierig zu beantworten: Tiefentraining mache ich 3x pro Woche. Dabei halte ich CWT und FIM auf konstantem Level von ca. 80 m. Vor Wettkämpfen steigere ich die Leistung immer in kleinen Schritten. Wenn ein Tauchgang nicht sitzt, arbeite ich an dieser Tiefe so lange, bis er fließt. Meine Ansage im Wettkampf ist dann immer geringfügig tiefer als das, was ich im Training geschafft habe.
Beim Pooltraining (2x pro Woche) bleibe ich meistens im submaximalen Bereich und versuche, meine Leistungen auf 150 m DYN und 125 m DNF zu stabilisieren.

Was sind deine Hobbies?
Viel reisen und wandern. Ich spiele zudem gerne Golf.

Was sind deine Ziele?
Ich möchte im nächsten Jahr meinen Traum von 100 m CWT oder FIM erreichen.
Zudem wäre es toll, den Körper so zu trainieren, dass kein Warm-up im Wasser mehr nötig wäre.