Robert Woltmann

Von Dagmar Andres-Brümmer

Der gebürtige Berliner Robert Woltmann ist Biologe. Doch statt eine ausgefallenen Tiergruppe zu erforschen, wie er es in seiner Diplomarbeit getan hat, beschäftigt er sich heute als Medizinredakteur mit Texten. In seiner Wahlheimat München hat der 38-Jährige vor einiger Zeit einen Apnoe-Verein gegründet und damit einen weiteren wichtigen Stützpunkt für unseren Sport im Süden Deutschlands ins Leben gerufen.

Wie kam Robert überhaupt zum Freitauchen?

Eigentlich war es ein sehr trauriger Zufall, wie Robert im Jahr 2010 zum Freitauchen kam. Er war in Dahab, um im Gerätetauchen neue Herausforderungen kennenzulernen, um einen Sidemount-Kurs zu machen. Sein Buddy und Lehrer verunglückte kurz vor dem Kurs tödlich und an Tauchen war erstmal nicht mehr zu denken. Traurig und ratlos in Dahab, begegnete Robert dort dem erfolgreichen Freitaucher Jonny Sunnex und beschloss, bei ihm das Freitauchen zu lernen.

Zurück in München suchte Robert sich Trainingspartner mit denen er 2015 aus Mangel an Trainingsmöglichkeiten einen Freitauch-Verein gründete. Im Februar des selben Jahres schlug er – auch eher zufällig – in die deutsche und kurz darauf in die internationale Wettkampfszene ein. Einen Deutschen Meistertitel bei seinem allerersten Wettkampf abzuräumen, dazu gehört schon was.

Was gefällt Robert besonders am Freitauchen?

Für Robert ist Freitauchen, wie für viele von uns, eher ein Lebensstil als ein reiner Sport. Neben dem eigentlichen Tauchen zählt dazu für ihn auch eine gesunde Ernährung, ein Ausgleich mit Yoga und Meditation aber auch Ausdauersport, wie die Klassiker Schwimmen, Laufen, Radfahren.

Was sind seine Lieblingsdisziplinen?

DNF und CNF, also Strecken- sowie Tieftauchen ohne Flossen, weil hier Verbesserungen der Technik am direktesten zu spüren sind und weil sie die natürlichste Form des Freitauchens sind (insbesondere CNF). Darüber hinaus FIM, weil es so eine entspannte Disziplin ist, bei der Robert sich voll und ganz auf das innere Erleben konzentrieren kann.

Wie sieht es mit sportlichen Idolen aus?

Das eine Idol gibt es für Robert nicht, aber er bewundert Freitaucher, die nicht nur sehr weit und sehr tief oder lange tauchen können, sondern auch lustig und entspannt sind. So wie der Ukrainer Alexander Bubenchikov. Ihn hat er als sehr locker und nahbar erlebt. Jemand, der weiß, die richtige Entscheidung zu treffen, einen Tauchgang ggf. auch abzubrechen und der diese Erfahrung freimütig teilt.

Roberts sportliche Erfolge

Wie gesagt, Robert hat sich 2015 mit einem Schlag und direkt nach weit oben ins Wettkampfgeschehen katapultiert. Deutscher Meister 2015 und wenige Monate danach die Weltmeisterschaft in Belgrad mit einer Qualifikation fürs A-Finale in Dynamik No Fins und B-Finalplätzen in Statik und Dynamik.

Wie sieht Roberts Training aus?

Hier geht es Robert nicht anders wie uns allen im deutschen AIDA-Kader. Vieles hat er sich autodidaktisch angeeignet oder bei erfahreneren Freitauchern gelernt, aber einen professionell ausgearbeiteten Trainingsplan über die gesamte Saison hinweg gibt es nicht. Er trainiert etwa dreimal die Woche im Pool, einen guten Mix aus Technik, CO2 und O2-Training. Vor Wettkämpfen steigert er das bis zu viermal die Woche. Hinzu kommen Yoga, Meditation und Ausdauersport.