Hydro Dynamic 2016 in Österreich mit zwei Athleten aus Deutschland

Letztes Wochenende fand wieder die Hydro Dynamic statt. Dies ist ein Wettkampf in Wien (Österreich), wo die Athleten in einem recht warmen Becken (ca. 32°C) in Statik (STA) und danach in einem 50 m Becken im Streckentauchen mit Flossen (DYN) antreten. Die Ergebnisse gibt es entweder hier oder hier als Bild.

Für Athleten interessant an diesem Wettkampf ist, dass dort ähnliche Regeln wie auch auf Weltmeisterschaften gelten. So müssen die Athleten sich eine Stunde vor ihrem jeweiligen Start melden und müssen danach in der Wettkampfzone verbleiben. Für das Streckentauchen werden nicht die Randbahnen benutzt, so dass jeder an der Leine hochkommen muss (dieses mal leider nicht, wie man auf den Bildern sieht). Dies stellt eine zusätzliche Schwierigkeit dar, denn man kann aus Versehen seine Bahn verlassen oder beim Hochkommen an der Leine mit dem Mund wieder im Wasser versinken, weil diese nachgibt, und sich somit jeweils die rote Karte einhandeln. Dies ist sehr ärgerlich, weil es für die Disziplin dann 0 Punkte gibt.

Aus Deutschland waren dieses Mal Barbara Jeschke und Jens Stötzner dabei. Beide kommen aus Süddeutschland und so dürfte die Anfahrt nicht zu weit gewesen sein.

Barbara Jeschke brachte eine von ihr gewohnte Leistung von 4:39 STA und 134 m DYN. Sie wurde damit 5te mit nur 0,3 Punkten Abstand hinter Stephanie Aichner, die erst dieses Jahr im Februar mit den Wettkämpfen anfing und schon jetzt mit 5:18 STA und 119 m DYN beachtliche Leistungen bringt.
Veronika Dittes ließ die diesjährige Pool-WM mangels Training aus. Sie brachte es am Wochenende zwar nur auf 100 m DYN, dafür aber 7:00 STA. Dies ist immer noch 1:30 weniger als ihre Bestleistung bei der WM letzten Jahres in Belgrad, wäre aber auch dieses Jahr immerhin Silber gewesen.
Agnieszka Kalska ist nicht umsonst eine der besten Freitaucherinnen aus Polen. So sind 5:25 STA und 167 m DYN wenig überraschend. Wie man sie kennt, wird sie damit aber wohl kaum zufrieden sein. Denn sie schaffte bei der finnischen Meisterschaft dieses Frühjahr schon 205 m und hatte für ca. 10 Minuten den polnischen Rekord für sich. Einen Monat später sah man sie dann bei der polnischen Meisterschaft. Sie schaffte dort nur noch 186 m und war sichtlich unzufrieden. Nach dem Wettkampf sah man sie noch beim Techniktraining.
Alena Konecna tauchte zwar 1 m kürzer als Kalska, hielt aber für 5:40 die Luft an und wurde damit erste.

Jens Stötzner wurde bei den Herren zweiter mit 187 m DYN und 6:10 STA. Dies dürfte seine bisher beste DYN-Leistung bei einem Wettkampf gewesen sein. Herzlichen Glückwunsch! Letztes Jahr in Belgrad schaffte er 180 m. Bei der diesjährigen Team-WM waren es 177 m.
Auf den dritten Platz folgte ihm der Tscheche Miroslav Sevcik. Er brachte zwar eine Leistung von 190 m DYN dafür aber nur 5:00 STA. Manche Athleten strengen sich bei STA nicht so sehr an, um mehr Energie für DYN zu haben. So ließ Goran Colak letztes Jahr in Wien die Statik ganz aus, um auszutesten, was sein Stand beim Streckentauchen ist.
Auf den weiteren Rängen folgten dann z.B. Thomas Oberhuber mit 150 m DYN und 5:05 STA. Alle weiteren hatten 110 m und weniger.

Den ersten Platz bei den Herren habe ich natürlich absichtlich ganz für den Schluss aufgespart. Denn dorthin setzte sich der Tscheche Martin Valenta weit von den anderen ab. Zunächst mit einer uneinholbaren Leistung von 8:40 und später mit einer für die Kontrahenten ebenso unerreichbaren Leistung von 273 m DYN. Er überbot damit seine WM-Leistung um 5 m und war nur noch 28 m vom neuen Weltrekord entfernt (momentan noch Mateusz Malina und Giorgos Panagiotakis mit jeweils 300 m). Martin schaffte innerhalb eines Jahres eine beachtliche Verbesserung. Letztes Jahr in Brünn waren es noch 7:44 STA und bei DYN schon beachtliche 235 m, bei denen er nur knapp den Tschechischen Rekord verfehlte. Bei der Langen Nacht der Apnoe in Berlin waren es schon 8:02 Statik und dieses Jahr dann der große Sprung bei Dynamik, erst mit 250 m bei der WM-Qualifikation und dann die 268 m im Finale.
Über sein Training erzählte Martin, dass er mit CO2 Tabellen trainiert. Z.B. taucht er ohne Flossen 50 m mit 1:30 Pause und verkürzt die Pausen dann nach jedem weiteren Tauchgang um 15 Sekunden. Einen Maximalversuch macht er nur kurz vor einem Wettkampf.

Wir sind schon gespannt, wann er denn auch noch den Weltrekord bricht!